Das Wichtigste in Kürze
- Der Arbeitspreis bestimmt die Kosten pro verbrauchter Kilowattstunde.
- Der Grundpreis fällt zusätzlich an, auch wenn wenig Strom verbraucht wird.
- Ein Tarifvergleich ist erst fair, wenn beide Bestandteile auf den eigenen Jahresverbrauch gerechnet werden.
Arbeitspreis: der variable Teil
Der Arbeitspreis wird in Cent pro Kilowattstunde angegeben. Er entscheidet, was jede zusätzlich verbrauchte kWh kostet. Für Haushalte mit höherem Verbrauch ist dieser Wert besonders wichtig, weil sich jede Differenz stark über das Jahr summiert.
Trotzdem ist ein niedriger Arbeitspreis nicht automatisch der beste Tarif. Wenn der Grundpreis deutlich höher ist, kann der Vorteil bei geringem Verbrauch wieder verschwinden. Genau deshalb sollte man nicht nur auf die große Zahl in Cent schauen.
- Hoher Verbrauch: Arbeitspreisunterschiede wirken stärker.
- Niedriger Verbrauch: Der Grundpreis bekommt mehr Gewicht.
- Abschlag: Die Monatsrate ist nur eine Vorauszahlung auf die erwarteten Jahreskosten.
Grundpreis: der feste Teil
Der Grundpreis wird meist pro Monat oder Jahr ausgewiesen. Er deckt feste Bestandteile des Vertrags ab und fällt unabhängig davon an, ob du viel oder wenig Strom verbrauchst. Für Einpersonenhaushalte, sparsame Haushalte oder Zweitwohnungen kann er deshalb auffällig sein.
Die faire Rechnung lautet: Jahresverbrauch mal Arbeitspreis plus Jahresgrundpreis. Erst dieser Gesamtwert zeigt, welcher Tarif im konkreten Verbrauchsfall günstiger ist.
Abschlag nicht mit Preis verwechseln
Der monatliche Abschlag ist nicht der eigentliche Strompreis. Er ist eine Vorauszahlung auf die erwarteten Jahreskosten. Wenn Verbrauch, Arbeitspreis oder Grundpreis nicht passen, folgt später eine Nachzahlung oder Erstattung.
Wer seinen Stromvertrag versteht, kann den Abschlag besser einordnen: Liegt die Monatsrate plausibel zum Jahresverbrauch? Wurde ein Tarifwechsel berücksichtigt? Hat sich der Grundpreis verändert? Diese Fragen sind trockener als ein Feuerwerk eines Vergleichsportals, aber deutlich nützlicher.
Dieser Ratgeber enthält bewusst keine Empfehlung für Tarife oder Anbieter. Er erklärt die Rechenlogik hinter Grundpreis, Arbeitspreis und Abschlag.
Beispiel: Zwei Tarife vergleichen
Ein Haushalt verbraucht 2.500 kWh pro Jahr. Tarif A hat 34 ct/kWh und 180 € Grundpreis. Tarif B hat 36 ct/kWh und 90 € Grundpreis.
- Tarif A
- 850 € Arbeitspreis + 180 € Grundpreis = 1.030 €
- Tarif B
- 900 € Arbeitspreis + 90 € Grundpreis = 990 €
- Ergebnis
- Tarif B ist trotz höherem Arbeitspreis günstiger
Der niedrigere Wert in Cent gewinnt nicht automatisch. Entscheidend ist der Gesamtbetrag bei deinem Jahresverbrauch.
Häufige Fehler
- Nur den Arbeitspreis vergleichen und den Grundpreis übersehen.
- Den monatlichen Abschlag als endgültigen Preis behandeln.
- Mit einem falschen Jahresverbrauch rechnen.
- Tarife verschiedener Laufzeiten und Bedingungen ohne Kontext vergleichen.
Quellen und Hinweise
Inhaltlicher Stand: Juli 2026. Preise und Durchschnittswerte sind Orientierungswerte. Maßgeblich bleiben der eigene Vertrag, die Abrechnung und die konkrete Nutzung. Hinweise zu Formeln, Annahmen und Grenzen stehen auf der Methodikseite.
- Bundesnetzagentur: Preise und Abschläge. laufend aktualisiert; Abruf 10.07.2026. Belegt: Berechnung von Jahreskosten und Abschlägen aus Verbrauch, Arbeitspreis und Grundpreis.
- Bundesnetzagentur: Rechnungen und Abschläge prüfen. laufend aktualisiert; Abruf 10.07.2026. Belegt: Aufbau von Energieabrechnungen, Zählerstände, Preisbestandteile und Zahlungen.
- BDEW: Strompreisanalyse des BDEW April 2026. 15.04.2026; Abruf 10.07.2026. Belegt: Durchschnittlicher Haushaltsstrompreis 2026 und Preisbestandteile.



