Das Wichtigste in Kürze
- Entscheidend sind immer Leistung, Laufzeit und Strompreis zusammen. Ein Gerät mit hoher Wattzahl ist nur teuer, wenn es lange oder häufig läuft.
- Dauerläufer wie Kühlgeräte und Gefriergeräte verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil kleine Unterschiede über viele Stunden im Jahr wirken.
- Ein Strommessgerät lohnt sich vor allem bei älteren Geräten, unklaren Typenschildern oder wechselnder Leistungsaufnahme. Es ersetzt aber nicht die Einordnung im passenden Rechner.
Stromverbrauch von Haushaltsgeräten im Überblick
Die Bereiche helfen bei der ersten Einordnung. Sie beruhen auf typischen Nutzungsszenarien und sind keine feste Gerätevorgabe. Die Kosten werden mit 0,37 Euro pro kWh berechnet.
| Gerät | Verbrauch | Kosten | Haupteinfluss | Grundlage | Weiterrechnen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kühlschrank | 90 bis 320 kWh pro Jahrdurchgehender Betrieb, je nach Größe, Alter und Gefrierfach | 33 € bis 118 € pro Jahr | Bauart, Temperatur, Aufstellort und Gerätezustand | Kühlschrankstromkostenrechner | |
| Gefrierschrank oder Gefriertruhe | 130 bis 520 kWh pro Jahrdurchgehender Betrieb, vom sparsamen Gerät bis zum älteren Modell | 48 € bis 192 € pro Jahr | Volumen, Vereisung, Temperatur und Alter | Gefrierschrankstromkostenrechner | |
| Waschmaschine | 90 bis 200 kWh pro Jahrrund 180 bis 220 Waschgänge pro Jahr | 33 € bis 74 € pro Jahr | Temperatur, Programm, Beladung und Zahl der Waschgänge | Waschmaschinenstromkostenrechner | |
| Spülmaschine | 110 bis 220 kWh pro Jahrrund 180 bis 220 Spülgänge pro Jahr | 41 € bis 81 € pro Jahr | Programm, Beladung, Temperatur und Nutzungshäufigkeit | Spülmaschinenstromkostenrechner | |
| Wäschetrockner | 130 bis 550 kWh pro Jahrrund 140 bis 160 Trocknungen pro Jahr | 48 € bis 204 € pro Jahr | Trocknertechnik, Restfeuchte und Beladung | Trocknerstromkostenrechner | |
| Router und WLAN | 70 bis 175 kWh pro Jahr8 bis 20 Watt im durchgehenden Betrieb | 26 € bis 65 € pro Jahr | Leistungsaufnahme und tägliche Laufzeit | Stromkostenrechner | |
| Gaming PC mit Monitor | 180 bis 650 kWh pro Jahrtypische Spielzeit von etwa 1,5 bis 4 Stunden pro Tag | 67 € bis 241 € pro Jahr | Grafikkarte, Auslastung, Monitor und Spielzeit | Stromkostenrechner | |
| Luftentfeuchter | 75 bis 500 kWh pro Jahrzeitweise Nutzung mit etwa 250 bis 500 Watt | 28 € bis 185 € pro Jahr | Laufzeit, Raumfeuchte, Geräteleistung und Zielwert | Stromkostenrechner | |
| Aquarium | 100 bis 600 kWh pro JahrPumpe und Technik dauerhaft, Licht und Heizung nach Bedarf | 37 € bis 222 € pro Jahr | Beckengröße, Temperatur, Beleuchtung und Pumpenleistung | Stromkostenrechner | |
| Herd und Backofen | 100 bis 300 kWh pro Jahrmehrmaliges Kochen und Backen pro Woche | 37 € bis 111 € pro Jahr | Nutzungsdauer, Temperatur, Vorheizen und Kochgeschirr | Stromkostenrechner |
Watt ist nur der Anfang
Viele Haushaltsgeräte werden über Watt beschrieben. Das ist hilfreich, aber noch keine Kostenangabe. Erst wenn klar ist, wie lange das Gerät läuft und wie oft es genutzt wird, entsteht daraus ein Verbrauch in Kilowattstunden.
Ein Heizlüfter mit hoher Leistung kann an wenigen Tagen im Jahr weniger kosten als ein unscheinbares Gerät, das jeden Tag viele Stunden läuft. Deshalb ist die beste erste Frage nicht: Welches Gerät hat die höchste Wattzahl? Sondern: Welches Gerät läuft besonders lange, besonders häufig oder besonders ineffizient?
- Dauerläufer: Kühlschrank, Gefrierschrank, Router, Aquarium, Luftentfeuchter oder Pumpen laufen über sehr viele Stunden und sollten zuerst grob eingeordnet werden.
- Zyklusgeräte: Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner haben einzelne Programme. Hier zählen Programmverbrauch, Häufigkeit und Temperatur beziehungsweise Trocknungsart.
- Kurzzeitgeräte: Wasserkocher, Föhn oder Mikrowelle haben oft hohe Leistung, laufen aber kurz. Sie sind relevant, aber selten der erste große Hebel.
Welche Geräte sollten zuerst auf die Liste?
Beginne mit Geräten, bei denen entweder die Laufzeit hoch ist oder das Gerät bereits älter ist. Ein alter Kühlschrank, eine alte Gefriertruhe im Keller oder ein häufig genutzter Trockner sind typische Kandidaten. Danach folgen Geräte, die zwar einzeln klein wirken, aber dauerhaft Standby ziehen.
Nicht jedes alte Gerät muss sofort ersetzt werden. Oft reicht zuerst eine saubere Kostenrechnung: aktueller Verbrauch, Nutzungsdauer, Strompreis und mögliche Ersparnis. Erst daraus ergibt sich, ob eine Maßnahme wirklich Priorität hat.
Messen, schätzen oder rechnen?
Für eine erste Orientierung reicht manchmal das Typenschild oder ein realistischer Durchschnittswert. Bei Geräten mit stark wechselnder Leistungsaufnahme ist eine Messung über mehrere Stunden oder Tage aussagekräftiger. Bei Kühlgeräten sollte die Messung mindestens einen typischen Tagesrhythmus abbilden, weil der Kompressor nicht dauerhaft läuft.
Der Rechner ist danach der Sortiertisch: Er macht aus den Mess oder Schätzwerten Kosten pro Monat und Jahr. So siehst du, ob der nächste Schritt wirklich lohnt oder ob ein anderer Verbraucher wichtiger ist.
Beispiel: Kleiner Dauerverbraucher
Ein Gerät zieht im Durchschnitt 12 Watt und läuft dauerhaft.
- Leistung
- 12 W = 0,012 kW
- Laufzeit
- 24 Stunden × 365 Tage
- Strompreis
- 0,37 € pro kWh
- Jahreskosten
- rund 38,89 €
Klingt klein, ist aber sichtbar. Genau solche Werte machen Dauerläufer und Verbraucher im Bereitschaftsbetrieb interessant.
Beispiel: Starkes Gerät mit kurzer Laufzeit
Ein Gerät nutzt 1.000 Watt, aber nur 10 Minuten pro Tag.
- Leistung
- 1,0 kW
- Laufzeit
- 0,167 Stunden pro Tag
- Strompreis
- 0,37 € pro kWh
- Jahreskosten
- rund 22,51 €
Eine hohe Wattzahl allein bedeutet nicht automatisch hohe Jahreskosten. Für den Jahreswert ist die Laufzeit meist entscheidender.
Häufige Fehler
- Nur auf Watt schauen und die Laufzeit vergessen.
- Einzelne Momentwerte für schwankende Geräte als Jahreswert übernehmen.
- Einen Neukauf planen, bevor die tatsächliche Ersparnis im eigenen Szenario berechnet wurde.
- Verbrauch im Bereitschaftsbetrieb unterschätzen, weil wenige Watt harmlos aussehen.
Quellen und Hinweise
Inhaltlicher Stand: Juli 2026. Preise und Durchschnittswerte sind Orientierungswerte. Maßgeblich bleiben der eigene Vertrag, die Abrechnung und die konkrete Nutzung. Hinweise zu Formeln, Annahmen und Grenzen stehen auf der Methodikseite.
- BDEW: Stromverbrauch im Haushalt 2025. 20.05.2026; Abruf 10.07.2026. Belegt: Einordnung typischer Stromverbrauchsbereiche in Privathaushalten.
- Europäische Kommission: Understanding the Energy Label. laufend aktualisiert; Abruf 10.07.2026. Belegt: Skala von A bis G, Verbrauchsangaben und Produktinformationen in EPREL.
- BDEW: Strompreisanalyse des BDEW April 2026. 15.04.2026; Abruf 10.07.2026. Belegt: Durchschnittlicher Haushaltsstrompreis 2026 und Preisbestandteile.



