Das Wichtigste in Kürze
- Im Homeoffice zählt die Summe kleiner Verbraucher. Eine Gerätegruppe mit wenigen Watt kann über viele Stunden im Jahr sichtbar werden.
- Messen ist besser als raten, weil Drucker, Dockingstationen und Monitore sehr unterschiedliche Leerlaufwerte haben können.
- Eine gut erreichbare schaltbare Steckdosenleiste kann sinnvoll sein, wenn dadurch mehrere Geräte bequem gemeinsam ausgeschaltet werden.
Welche Geräte zuerst prüfen?
Der erste Blick gehört nicht dem Ladegerät für Smartphones, sondern den Geräten mit Netzteil, Display, Funkverbindung oder Bereitschaftsfunktion. Drucker warten auf Aufträge, Dockingstationen versorgen Anschlüsse, Monitore bleiben im Bereitschaftsmodus und Lautsprecher oder Hubs sind oft dauerhaft verbunden.
Auch Router und Repeater sind Dauerläufer, aber nicht immer gute Abschaltkandidaten. Wer Telefonie, Smart Home, Sicherheitsfunktionen oder Familiennutzung daran hängen hat, sollte hier vorsichtig sein. Nicht alles, was Strom verbraucht, ist automatisch unnötig.
- Steckdosenleiste am Arbeitsplatz: Monitor, Dock, Lautsprecher, Drucker und Ladegeräte gemeinsam prüfen.
- Dauerläufer trennen: Router oder Repeater separat bewerten, weil sie oft bewusst durchlaufen sollen.
- Messdauer wählen: Für Standby reicht oft eine kurze Messung, bei wechselnden Geräten besser mehrere typische Tage beobachten.
Wann Schalten sinnvoll ist
Eine Steckdosenleiste spart nur dann verlässlich, wenn sie tatsächlich genutzt wird. Der Schalter muss erreichbar sein, die Geräte müssen gemeinsames Ausschalten vertragen und es sollten keine störenden Nebenwirkungen auftreten, etwa neu startende Geräte oder verlorene Einstellungen.
Smarte Steckdosen können helfen, wenn zeitgesteuertes Schalten oder Verbrauchsmessung sinnvoll ist. Sie haben aber selbst einen kleinen Eigenverbrauch und sind nicht automatisch besser als ein einfacher Schalter.
Kosten im Homeoffice fair einordnen
Bei regelmäßigem Arbeiten zu Hause gehört der Arbeitsplatz zum Strombild des Haushalts. Trotzdem sollte Standby nicht überbewertet werden, solange große Verbraucher wie Trockner, Kühlgeräte oder elektrische Zusatzheizung noch ungeprüft sind.
Der Rechner für den Bereitschaftsbetrieb hilft, kleine Werte über Jahr, Monat und Tag sichtbar zu machen. Besonders hilfreich ist er, wenn du eine gemessene Gerätegruppe einträgst statt pauschale Annahmen zu nutzen.
Pragmatische Regel: Erst die Gruppe messen, dann einen bequemen Schaltpunkt finden. Sparen, das jeden Abend nervt, hält selten lange durch.
Beispiel: Gruppe am Arbeitsplatz im Leerlauf
Eine Steckdosenleiste im Homeoffice zieht außerhalb der Arbeitszeit gemessen 9 Watt und bleibt an 18 Stunden pro Tag im Leerlauf.
- Leerlaufleistung
- 9 Watt
- Zeit
- 18 Stunden pro Tag
- Verbrauch
- rund 59 kWh pro Jahr
- Bei 0,37 €/kWh
- rund 22 € pro Jahr
Das ist meist kein großer Kostenblock, kann aber eine erreichbare Schaltlösung rechtfertigen, besonders bei mehreren Arbeitsplätzen oder Medienbereichen.
Häufige Fehler
- Einzelne Ladegeräte verfolgen und den größeren Gerätepark ignorieren.
- Router oder Telefonie unbedacht abschalten.
- Eine schwer erreichbare Steckdosenleiste kaufen, die später niemand nutzt.
- Smarte Steckdosen einsetzen, ohne Eigenverbrauch und Nutzen gegenzurechnen.
Quellen und Hinweise
Inhaltlicher Stand: Juli 2026. Preise und Durchschnittswerte sind Orientierungswerte. Maßgeblich bleiben der eigene Vertrag, die Abrechnung und die konkrete Nutzung. Hinweise zu Formeln, Annahmen und Grenzen stehen auf der Methodikseite.
- Verbraucherzentrale: Strom sparen im Haushalt: Einfache Tipps. 12.02.2026; Abruf 10.07.2026. Belegt: SparProgramme, Gerätebetrieb, Kochen, Kühlen und Wäschetrocknen.
- BDEW: Strompreisanalyse des BDEW April 2026. 15.04.2026; Abruf 10.07.2026. Belegt: Durchschnittlicher Haushaltsstrompreis 2026 und Preisbestandteile.



