Das Wichtigste in Kürze
- Router und WLAN laufen oft 24 Stunden am Tag. Kleine Wattzahlen werden dadurch über das Jahr sichtbar.
- Ausschalten lohnt sich nur, wenn Internet, Telefonie, Smart Home, Updates oder Erreichbarkeit dadurch nicht wichtig gestört werden.
- Besser als pauschales Ziehen des Steckers ist eine geordnete Prüfung: Leistung, Laufzeit, Nachtbedarf und Gerätegruppen betrachten.
Jahresverbrauch von Router und WLAN einordnen
Die Bereiche helfen bei der ersten Einordnung. Sie beruhen auf typischen Nutzungsszenarien und sind keine feste Gerätevorgabe. Die Kosten werden mit 0,37 Euro pro kWh berechnet.
| Gerät | Verbrauch | Kosten | Haupteinfluss | Grundlage | Weiterrechnen |
|---|---|---|---|---|---|
| Router und WLAN | 70 bis 175 kWh pro Jahr8 bis 20 Watt im durchgehenden Betrieb | 26 € bis 65 € pro Jahr | Leistungsaufnahme und tägliche Laufzeit | Stromkostenrechner |
Warum der Router in der Jahresrechnung auftaucht
Ein Router wirkt im Alltag unscheinbar, ist aber ein klassischer Dauerverbraucher. Läuft ein Gerät jeden Tag rund um die Uhr, wird selbst eine niedrige Leistung relevant. Entscheidend ist nicht, ob der Router gerade aktiv genutzt wird, sondern ob Netzteil, WLAN, Telefonie und Zusatzfunktionen dauerhaft Energie ziehen.
Dazu kommen oft weitere Geräte: Repeater, Mesh Knoten, Powerline Adapter, NAS, Zentralen im Smart Home oder Drucker im Bereitschaftsmodus. Der Router ist daher selten allein das Thema. Er ist eher der sichtbare Eingang in eine kleine Technikfamilie, die gemeinsam geprüft werden sollte.
- Leistung: Die Wattzahl steht teils auf Netzteil oder Gerät, genauer ist eine Messung an der Steckdose.
- Laufzeit: 24 Stunden am Tag ergeben 8.760 Stunden pro Jahr. Daraus entsteht der relevante Jahreswert.
- Zusatzgeräte: Repeater, Mesh und Powerline können den Verbrauch des Routers deutlich ergänzen.
Nachtabschaltung: sinnvoll, aber nicht automatisch
Wer nachts kein Internet, keine Festnetztelefonie über den Router und keine Abhängigkeiten im Smart Home braucht, kann eine Abschaltung testen. Das kann per Geräteeinstellung, Zeitplan für das WLAN oder schaltbarer Steckdose erfolgen. Wichtig ist: Nicht jedes Setup verträgt das gleich gut.
Bei Haushalten mit Notfalltelefonie, Pflegekontext, Sicherheit im Smart Home, Updates, beruflicher Erreichbarkeit oder mehreren Personen im Haushalt ist eine vollständige Abschaltung oft unpraktisch. Dann kann es sinnvoller sein, nicht benötigte Funktionen zu reduzieren, Repeater zu prüfen oder einzelne Zusatzgeräte zeitweise auszuschalten.
So prüfst du ohne Techniktheater
Beginne mit einer einfachen Liste: Router, Repeater, Powerline, NAS, Drucker, Zentrale im Smart Home. Danach wird geschätzt oder gemessen, welche Geräte dauerhaft aktiv sind. Für die Jahreskosten reicht der Rechner für den Bereitschaftsbetrieb, wenn Leistung, Anzahl und tägliche Laufzeit eingetragen werden.
Bei Messungen sollte der Router nicht nur fünf Minuten beobachtet werden. Sinnvoller ist eine typische Phase mit aktivem WLAN und angeschlossenen Geräten. Wenn mehrere Geräte gemeinsam an einer Leiste hängen, kann auch die ganze Gruppe gemessen werden.
Ziel ist nicht, den Haushalt offline zu optimieren. Ziel ist, unnötige Dauerlasten zu erkennen und bewusst zu entscheiden, was wirklich dauerhaft laufen muss.
Beispiel: Router als Dauerläufer
Ein Router zieht im Alltag 12 Watt und läuft rund um die Uhr.
- Leistung
- 12 Watt
- Laufzeit
- 24 Stunden pro Tag
- Jahresverbrauch
- rund 105 kWh
- Prüffrage
- Muss das Gerät wirklich jede Nacht vollständig aktiv sein?
Der Betrag ist meist überschaubar, eignet sich aber für eine Prüfung der Grundlast und möglicher Nachtzeiten.
Häufige Fehler
- Routerstromkosten nur anhand der Gerätegröße unterschätzen.
- Festnetztelefonie, Smart Home oder berufliche Erreichbarkeit beim Abschalten vergessen.
- Repeater und Powerline Adapter aus der Rechnung herauslassen.
- Eine manuelle Abschaltung wählen, die im Alltag nicht dauerhaft praktikabel ist.
Quellen und Hinweise
Inhaltlicher Stand: Juli 2026. Preise und Durchschnittswerte sind Orientierungswerte. Maßgeblich bleiben der eigene Vertrag, die Abrechnung und die konkrete Nutzung. Hinweise zu Formeln, Annahmen und Grenzen stehen auf der Methodikseite.
- Verbraucherzentrale: Strom sparen im Haushalt: Einfache Tipps. 12.02.2026; Abruf 10.07.2026. Belegt: SparProgramme, Gerätebetrieb, Kochen, Kühlen und Wäschetrocknen.
- BDEW: Strompreisanalyse des BDEW April 2026. 15.04.2026; Abruf 10.07.2026. Belegt: Durchschnittlicher Haushaltsstrompreis 2026 und Preisbestandteile.



