Das Wichtigste in Kürze
- Für die Rechnung in Euro zählt der Verbrauch in kWh mal Arbeitspreis. Der Grundpreis kommt separat hinzu.
- Zählerstände allein sind noch keine Kosten. Je nach Rechnung werden sie über Brennwert und Zustandszahl in kWh umgerechnet.
- Abschläge sind Vorauszahlungen. Für Szenarien sollten Verbrauch, Preis und Grundpreis einzeln betrachtet werden.
Welche Werte brauchst du?
Am einfachsten ist die Rechnung, wenn die Jahresabrechnung den Gasverbrauch bereits in kWh ausweist. Dann kannst du diesen Wert direkt mit dem Arbeitspreis multiplizieren und den jährlichen Grundpreis ergänzen. Fehlt der Wert in kWh, ist die Umrechnung aus Zählerstandsdifferenz, Brennwert und Zustandszahl nötig.
Für Haushaltsentscheidungen reicht meist der Verbrauch in kWh aus der Abrechnung. Er ist verständlicher als Kubikmeter und besser mit Preisangaben vergleichbar.
- Verbrauch in kWh: Die zentrale Größe für Kostenszenarien und Einsparszenarien.
- Arbeitspreis: Der Preis pro verbrauchter kWh Gas.
- Grundpreis: Der feste Preis pro Jahr oder Monat unabhängig vom Verbrauch.
Arbeitspreis und Grundpreis nicht vermischen
Wenn du wissen möchtest, was 1.000 kWh weniger Gas bringen, verwende den Arbeitspreis. Der Grundpreis bleibt in der Regel gleich, solange der Vertrag besteht. Für die komplette Jahresrechnung gehört er natürlich dazu.
Diese Trennung macht Einsparpotenziale realistischer. Eine Temperaturabsenkung, bessere Heizzeiten oder weniger Warmwasser senken vor allem den Verbrauchsanteil. Sie senken nicht automatisch jede Position der Rechnung.
Warum Gasverbrauch schwankt
Gasverbrauch hängt stark von Wetter, Gebäude, Dämmung, Warmwasser, Personenanzahl und Heizverhalten ab. Ein kalter Winter kann eine gute Sparmaßnahme teilweise überdecken, ein milder Winter kann sie größer aussehen lassen, als sie tatsächlich war.
Für Vergleiche sind deshalb mehrere Jahre oder zumindest Grad der Witterungseinordnung hilfreich. Im Alltag reicht oft ein konservatives Szenario: Was passiert, wenn der Verbrauch um 5, 10 oder 15 Prozent sinkt?
Der Rechner kann Preisszenarien und Verbrauchsszenarien zeigen. Er ersetzt keine technische Diagnose der Heizungsanlage.
Beispiel: Jahreskosten aus kWh berechnen
Ein Haushalt verbraucht 14.000 kWh Gas. Der Arbeitspreis liegt im Szenario bei 0,11 €/kWh, der Grundpreis bei 180 € pro Jahr.
- Verbrauchskosten
- 1.540 €
- Grundpreis
- 180 €
- Gesamtkosten
- 1.720 €
- 10 % weniger Verbrauch
- 154 € weniger Verbrauchskosten
Die Einsparung bezieht sich auf den Verbrauchsanteil. Der Grundpreis bleibt in diesem einfachen Szenario unverändert.
Häufige Fehler
- Zählerstandsdifferenz direkt als kWh behandeln, obwohl die Rechnung anders umrechnet.
- Grundpreis in jede eingesparte kWh hineinrechnen.
- Abschläge als Verbrauchskosten interpretieren.
- Ein mildes oder kaltes Jahr ohne Einordnung mit dem Vorjahr vergleichen.
Quellen und Hinweise
Inhaltlicher Stand: Juli 2026. Preise und Durchschnittswerte sind Orientierungswerte. Maßgeblich bleiben der eigene Vertrag, die Abrechnung und die konkrete Nutzung. Hinweise zu Formeln, Annahmen und Grenzen stehen auf der Methodikseite.
- BDEW: Gaspreisanalyse des BDEW April 2026. 23.04.2026; Abruf 10.07.2026. Belegt: Durchschnittliche Erdgaspreise für Haushalte 2026.
- Statistisches Bundesamt: Strom und Gaspreise für Haushalte im 2. Halbjahr 2025. 31.03.2026; Abruf 10.07.2026. Belegt: Amtliche Durchschnittspreise für Haushaltsstrom und Erdgas.
- Bundesnetzagentur: Preise und Abschläge. laufend aktualisiert; Abruf 10.07.2026. Belegt: Berechnung von Jahreskosten und Abschlägen aus Verbrauch, Arbeitspreis und Grundpreis.



